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介绍一位德国文学家的作品(十二)

2006-03-17 16:15
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ELISABETH

Am folgenden Nachmittag wanderten Reinhard und Elisabeth jenseit des Sees, bald durch die Holzung, bald auf dem hohen vorspringenden Uferrande. Elisabeth hatte von Erich den Auftrag erhalten, während seiner und der Mutter Abwesenheit Reinhard mit den schönsten Aussichten der nächsten Umgegend, namentlich von der andern Uferseite auf den Hof selber, bekannt zu machen. Nun gingen sie von einem Punkt zum andern. Endlich wurde Elisabeth müde und setzte sich in den Schatten überhängender Zweige, Reinhard stand ihr gegenüber an einen Baumstamm gelehnt; da hörte er tiefer im Walde den Kuckuck rufen, und es kam ihm plötzlich, dies alles sei schon einmal ebenso gewesen. Er sah sie seltsam lachelnd an. "Wollen wir Erdbeeren suchen?" fragte er. "Es ist keine Erdbeerenzeit", sagte sie.
"Sie wird aber bald kommen."
Elisabeth schüttelte schweigend den Kopf; dann stand sie auf, und beide setzten ihre Wanderung fort; und wie sie so an seiner Seite ging, wandte sein Blick sich immer wieder nach ihr hin; denn sie ging schön, als wenn sie von ihren Kleidern getragen würde. Er blieb oft unwillkürlich einen Schritt zurück, um sie ganz und voll ins Auge fassen zu können. So kamen sie an einen freien, heidebewachsenen Platz mit einer weit ins Land reichenden Aussicht. Reinhard bückte sich und pflückte etwas von den am Boden wachsenden Kräutern. Als er wieder aufsah, trug sein Gesicht den Ausdruck leidenschaftlichen Schmerzes.
"Kennst du diese Blume?" sagte er.
Sie sah ihn fragend an. "Es ist eine Erika. Ich habe sie oft im Walde gepflückt."
"Ich habe zu Hause ein altes Buch", sagte er, "ich pflegte sonst allerlei Lieder und Reime hineinzuschreiben; es ist aber lange nicht mehr geschehen. Zwischen den Blättern liegt auch eine Erika; aber es ist nur eine verwelkte Weißt du, wer sie mir gegeben hat?" Sie nickte stumm; aber sie schlug die Augen nieder und sah nur auf das Kraut, das er in der Hand hielt. So standen sie lange. Als sie die Augen gegen ihn aufschlug, sah er, daß sie voll Tränen waren.
"Elisabeth", sagte er, "hinter jenen blauen Bergen liegt unsere Jugend. Wo ist sie geblieben?"
Sie sprachen nichts mehr; sie gingen stumm nebeneinander zum See hinab. Die Luft war schwül, im Westen stieg schwarzes Gewölk auf. "Es wird Gewitter", sagte Elisabeth, indem sie ihren Schritt beeilte. Reinhard nickte schweigend, und beide gingen rasch am Ufer entlang, bis sie ihren Kahn erreicht hatten.
Während der Überfahrt ließ Elisabeth ihre Hand auf dem Rande des Kahnes ruhen. Er blickte beim Rudern zu ihr hinüber; sie aber sah an ihm vorbei in die Ferne. So glitt sein Blick herunter und blieb auf ihrer Hand; und diese blasse Hand verriet ihm, was ihr Antlitz ihm verschwiegen hatte. Er sah auf ihr jenen feinen Zug geheimen Schmerzes, der sich so gern schönen Frauenhände bemächtigt, die nachts auf krankem Herzen liegen. - Als Elisabeth sein Auge auf ihrer Hand ruhen fühlte, ließ sie sie langsam über Bord ins Wasser gleiten.
Auf dem Hofe angekommen, trafen sie einen Scherenschleiferkarren vor dem Herrenhause; ein Mann mit schwarzen, niederhängenden Locken trat emsig das Rad und summte eine Zigeunermelodie zwischen den Zähnen, während ein eingeschirrter Hund schnaufend daneben lag. Auf dem Hausflur stand in Lumpen gehüllt ein Mädchen mit verstörten, schönen Zügen und streckte bettelnd die Hand gegen Elisabeth aus.
Reinhard griff in seine Tasche; aber Elisabeth kam ihm zu vor und schüttete hastig den ganzen Inhalt ihrer Börse in die offene Hand der Bettlerin. Dann wandte sie sich eilig ab, und Reinhard hörte, wie sie schluchzend die Treppe hinaufging.
Er wollte sie aufhalten, aber er besann sich und blieb an der Treppe zurück Das Mädchen stand noch immer auf dem Flur, unbeweglich, das empfangene Almosen in der Hand. "Was willst du noch?" fragte Reinhard.
Sie fuhr zusammen. "Ich will nichts mehr", sagte sie; dann den Kopf nach ihm zurückwendend, ihn anstarrend mit den verirrten Augen, ging sie langsam gegen die Tür. Er rief einen Namen aus, aber sie hörte es nicht mehr; mit gesenktem Haupte, mit über der Brust gekreuzten Armen schritt sie aber den Hof hinab.

Sterben, ach sterben
soll ich allein!

Ein altes Lied brauste ihm ins Ohr der Atem stand ihm still; eine kurze Weile, dann wandte er sich ab und ging auf sein Zimmer.
Er setzte sich hin, um zu arbeiten, aber er hatte keine Gedanken. Nachdem er es eine Stunde lang vergebens versucht hatte, ging er ins Familienzimmer hinab. Es war niemand da, nur kühle, grüne Dämmerung; auf Elisabeths Nähtisch lag ein rotes Band, das sie am Nachmittag um den Hals getragen hatte. Er nahm es in die Hand, aber es tat ihm weh, und er legte es wieder hin. Er hatte keine Ruhe, er ging an den See hinab und band den Kahn los; er ruderte hinüber und ging noch einmal alle Wege, die er kurz vorher mit Elisabeth zusammen gegangen war. Als er wieder nach Hause kam, war es dunkel; auf dem Hofe þegegnete ihm der Kutscher, der die Wagenpferde ins Gras bringen wollte; die Reisenden waren eben zurückgekehrt. Bei seinem Eintritt in den Hausflur hörte er Erich im Gartensaal auf und ab schreiten. Er ging nicht zu ihm hinein; er stand einen Augenblick still und stieg dann leise die Treppe hinauf nach seinem Zimmer. Hier setzte er sich in den Lehnstuhl am Fenster; er tat vor sich selbst, als wolle er die Nachtigall hören, die unten in den Taxuswänden schlug, aber er hörte nur den Schlag seines eigenen Herzens. Unter ihm im Hause ging alles zur Ruh, die Nacht verrann er fühlte es nicht. - So saß er stundenlang. Endlich stand er auf und legte sich ins offene Fenster. Der Nachttau rieselte zwischen den Blättern, die Nachtigall hatte aufgehört zu schlagen. Allmählich wurde auch das tiefe Blau des Nachthimmels von Osten her durch einen blaßgelben Schimmerverdrängt; ein frischer Wind erhob sich und streifte Reinhards heiße Stirn; die erste Lerche stieg jauchzend in die Luft. - Reinhard kehrte sich plötzlich um und trat an den Tisch; er tappte nach einem Bleistift, und als er diesen gefunden, setzte er sich und schrieb damit einige Zeilen auf einen weißen Bogen Papier. Nachdem er hiermit fertig war, nahm er Hut und Stock, und das Papier zurücklassend, öffnete er behutsam die Tür und stieg in den Flur hinab. Die Morgendämmerung ruhte noch in allen Winkeln; die große Hauskatze dehnte sich auf der Strohmatte und sträubte den Rücken gegen seine Hand, die er ihr gedankenlos entgegenhielt. Draußen im Garten aber priesterten schon die Sperlinge von der Zweigen und sagten es allen, daß die Nacht vorbei sei. Da hörte er oben im Hause eine Tür gehen; es kam die Treppe herunter, und als er aufsah stand Elisabeth vor ihm. Sie legte die Hand auf seinen Arm, sie bewegte die Lippen, aber er hörte keine Worte. "Du kommst nicht wieder", sagte sie endlich. "Ich weiß es, lüge nicht; du kommst nie wieder."
"Nie", sagte er. Sie ließ die Hand sinken und sagte nichts mehr. Er ging über den Flur der Tür zu; dann wandte er sich noch einmal. Sie stand bewegungslos an derselben Stelle und sah ihn mit toten Augen an. Er tat einen Schritt vorwärts und streckte die Arme nach ihr aus. Dann kehrte er sich gewaltsam ab und ging zur Tür hinaus. - Draußen lag die Welt im frischen Morgenlichte, die Tauperlen, die in den Spinngeweben hingen, blitzten in den ersten Sonnenstrahlen. Er sah nicht rückwärts; er wanderte rasch hinaus; und mehr und mehr versank hinter ihm das stille Gehöft, und vor ihm auf stieg die große, weite Welt. - -

DER ALTE

Der Mond schien nicht mehr in die Fensterscheiben, es war dunkel geworden; der Alte aber saß noch immer mit gefalteten Händen in seinem Lehnstuhl und blickte vor sich hin in den Raum des Zimmers. Allmählich verzog sich vor seinen Augen die schwarze Dämmerung um ihn her zu einem breiten, dunkeln See; ein schwarzes Gewässer legte sich hinter das andere, immer tiefer und ferner, und auf dem letzten, so fern, daß die Augen des Alten sie kaum erreichten, schwamm einsam zwischen breiten Blättern eine weiße Wasserlilie.
Die Stubentür ging auf, und ein heller Lichtstrahl fiel ins Zimmer. "Es ist gut, daß Sie kommen, Brigitte", sagte der Alte. "Stellen Sie das Licht nur auf den Tisch."
Dann rückte er auch den Stuhl zum Tische, nahm eins der aufgeschlagenen Bücher und vertiefte sich in Studien, an denen er einst die Kraft seiner Jugend geübt hatte.

 

伊丽莎白

第二天下午赖恩哈和伊丽莎白同到湖对岸去散步,有时在林中穿行,有时沿着突出到水中的湖滨漫步。伊丽莎白受了伊利克的叮嘱,在他和她母亲出门去的时候,要她把附近最美的风景都领着赖恩哈去看一看,尤其是从湖的对岸向庄上望过来的景致。所以现在他们依次到各处游览。

后来伊丽莎白疲倦了,便在一处垂枝的树荫里坐下。赖恩哈面对着她站着,靠在一棵树干上;他听见杜鹃在树林深处啼叫,这是他忽然感到这一切都是从前曾经有过的境界。他望着她,脸上露出一种不自然的微笑问道:

“我们去找莓子好吗?”

“这不是莓子的时节哩,”她说。

“是呀,不过那个时节快到了。”

伊丽莎白默然地摇一摇头;随即便站起来;两人又一同继续向前走。他们并肩漫游着,他的眼光时时望着她;因为她走得很优雅,脚步是轻盈的。他屡次不自觉地落后一步,好看看她的全部倩影,以饱眼福。

后来他们走到一处野草丛生的空旷地方。由那边望得见一片远景,一直伸到乡野那边。赖恩哈弯下腰去,从他脚下生长着那些小植物中摘起一朵花来。他抬头的时候,脸上露出一种十分痛楚的神情。

“你认得这朵花吗?”他问道。她象怀疑似地望了他一眼。“这是一朵石南花吧。我常在树林里采集这种花。”

“我家里有个旧本子,”他说,“我从前常在那里面写上各种诗歌,不过那早已是过去的事了。那个本子里面也夹着一朵石南花,可是已经枯萎了。你知道那是谁给我的吗?”

她只点一点头,一句话也不说: 但是她却把目光垂注下来,凝神望着他拿在手里的那朵花。他们这样站了许久。她再抬起头来望他的时候,他看见她已是热泪盈眶。

“伊丽莎白,”他说,“在那边的青山背后埋没着我们的青春。现在到哪里去了?”

再没有别的话了。他们并着肩儿无言地走到湖边。空气蒸热;西方的黑云正在上涌。“会有一场风暴了,”伊丽莎白说着,一面加急了脚步。赖恩哈默默地点点头,他们便一同沿着湖岸向前跑,直到他们停小船的地方。

渡湖的时候,伊丽莎白把手扶着船舷。赖恩哈一面摇浆,一面睨视着她,但她却从他那里望过去,凝视着远处。于是他的视线便垂了下来,望着她的手,这苍白的手却把她嘴头所不曾表达出来的情义暗示给他了。

女子的纤手,当夜间交叉在一颗伤痛的心上时,最易于现出她的隐衷的微妙的痕迹。这时候伊丽莎白那只手上便显示了这种意味。后来她觉到了他的目光注视在她的手上,便让它轻轻地从船舷边上溜到水里。

他们到达庄上的时候,碰见一架磨剪刀的车子,放在宅第前面,一个长着蓬松黑发的人忙着转动磨轮,低声哼着一首吉普赛的调子,同时又一只拴在车上的狗躺在近旁喘着气。门槛上站着一个衣服褴褛的少女,面上有一种凋谢了的美貌,伸出手来向伊丽莎白讨钱。

赖恩哈边伸手到衣袋里,但是伊丽莎白比他更快,迅速地把她的钱袋里所装的钱通通倒在这女丐展开的手掌里。随即她就急忙转身而去,赖恩哈听见她一路哭着上楼去了。

他恨不得把她留住,但是他又改了念头,便在楼梯地下停住了。那女丐还在门口站着不动,手里拿着她所讨的钱。

“你还要什么呢?” 赖恩哈问道。

她忽然吃了一惊:“我不要别的了,”她说;然后把头转向着他,眼色如狂地凝视着他,慢慢地走出门去。他叫出了一个名字,但是她却没有听见;她垂着头,两臂交互在胸前,穿过庄院走下去了:

待到死神唤我时,

       孤身辞世谁怜恤。

一首旧日的歌在赖恩哈耳中回响起来了,他顿时简直喘不过起来;这只过了片刻的功夫,随后他便转身登楼,到他自己的房间里去了。

他坐下来做事,但是他的心思却跑到千里以外去了。经过一番无效的抑制之后,他走下楼来,到了客厅里。那里面一个人也没有,只有阴凉的绿色的幽光;伊丽莎白做事的桌子上放着一条红色的缎带,那时她那天下午围在颈上的。他把它拿到手里,但这使他伤心,所以他就把它放下了。

他得不到安宁。于是他便跑到湖边,把那只船解了缆。他从湖上划过去,把刚才和伊丽莎白一同走过的那些路都重走了一遍。他回来的时候,天已经黑了。他在庄上遇见了赶车的人,正要把拉车的马牵到草地上去;出远门的人刚才回家了。

他走进前廊时,听见伊利克在那临花园的屋子里来回地走着。他没有进去会他;静立了一会儿,然后轻轻地上楼,回到他自己的房间里。他靠近窗户在扶手椅上坐下。他极力想象着自己在那里听着下面花园里篱树间夜莺颤悠悠的歌声,但实事上所听到的只是自己的心的急跳。楼下屋子里各人都睡了,夜间的时光渐渐过去了,但是他却没有留心。

他这样坐了好几个钟头,最后他才站起来,把身子靠到敞开的窗户外面去。露水正在树页间滴着,夜莺也停止歌唱了。沉沉的天空的蓝色渐渐被东方放出的一片微弱的黄光逐去了;一阵清凉的风吹起来,扫着赖恩哈那灼热的额部;早起的百灵鸟得意地向天上高飞。

赖恩哈忽然转过身来,走到桌前。他摸索着找一支铅笔,找到了的时候,他便坐下来,在一张白纸上写了几行。写完之后,他拿起帽子和手杖,将这张纸留下来,小心地开了门,下楼走到门廊里。

黎明的微光还在笼罩着大地;一只大家猫在草席上伸懒腰,赖恩哈不知不觉地向他伸出手去,它在他手下将腰耸起来。外面花园里麻雀已经在树之间吱吱地叫起来,报道夜间已经过去了。

然后他又听见屋内楼上有开门的声音;又人走下楼来,他抬头一看,原来是伊丽莎白站在他面前。她把一只手按在他得臂上,嘴唇动了一动,他却一个字也没听见。

一会儿她说道:“你是永远不会回来的了,我知道;你不要否认,你是永远不会回来的了。”

“是的,永不回来了,”他说。

她让她的手从他的臂上落下,再没有说话了。他穿过过道,走到门口,然后又转过身来。她还在原处站着不动,以一双无精打采的眼睛望着他。他向前走了一步,向她伸张两臂;但是他又猛然制住了自己,转过身向门外走了。

外面一切都浴在晨光里,落在蜘蛛网里的露珠在旭日初生的光辉中闪耀着。他再也不往回看;急步向前走去;那静穆的农庄渐渐地在他身后隐去,同时广大的世界在他前面展开。

 

 

老人

 

月光已经不再从玻璃窗照进来了,屋里变得非常的黑暗;但是这老人仍然坐在他那扶手椅里,合着双手,凝神望着视中空无所有的一片漆黑。

他四周朦胧的黄昏渐渐在他眼前消散了,变成了一个幽暗的大湖;黑黝黝的水波一个跟着一个向前滚去,愈涌愈远,在最后的一个水波上,许多大叶子中间孤单地扶着一朵白色的睡莲,远远地几乎为着老人的目光所不能及。

门开了,一道明亮的灯光照满了全室。

“你来了我真高兴,白利吉,”老人说道。“你把灯放在桌上吧。”

于是他便把他的椅子拉到桌前,拿起一本摊开得书,专心来研究他当年把他青年时期的全副精力都用在那上面的学问。


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